«… stehen, wenn man aus Spaß schielt?» Der Satz, mit dem vermutlich allen Kindern auf der Welt irgendwann einmal von elterlicher Seite gedroht wurde, ist falsch. Die richtige Antowrt lautet also: Stimmt nicht.
Christoph Drösser, Redakteur bei der ZEIT in der Rubrik Wissen, erklärt in seinem Buch natürlich auch, weshalb diese Drohung mit Vorsicht (und Nachsicht) zu nehmen ist:
Schielt, so viel ihr wollt – schaden wird es euch nicht, und wenn die Erwachsenen hundertmal das Gegenteil behaupten. Ich habe einen Augenarzt befragt, der seit über dreißig Jahren schielende Kinder behandelt.
Ihm ist noch kein solcher Fall vorgekommen, auch wenn sogar einige seiner Kollegen an die Legende glauben. Der Professor erzählt: ‹Es kommt vor, dass Eltern zu mir kommen und sagen: Das Kind schielt seit der Party zu seinem dritten Geburtstag.›
In Wirklichkeit sei es den Eltern erst bei dieser Gelegenheit aufgefallen, dass ihr Kind einen leichten ‹Silberblick› hat. Denn es gibt auch Formen des Schielens, die nicht besonders auffällig sind.
Der Fachausdruck für das Schielen ist Strabismus. Die Ursachen können ganz verschieden sein: Oft wird die Anlage dazu einfach vererbt. Oder die Mutter ist während der Schwangerschaft an Röteln erkrankt. Der Fehler kann aber auch im Auge liegen und möglicherweise mit einer Brille korrigiert werden.
Je früher das Schielen erkannt wird, desto größer sind die Chancen, es zu behandeln und dem Kind wieder zu einem geraden Blick zu verhelfen. Deshalb sollte man schon Babys genau in die Augen schauen.