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Der Legende zufolge bewahrte im Jahre 387 v. Chr. eine Schar schnatternder Gänse auf dem kapitolinischen Hügel die Römer vor der völligen Zerstörung ihrer Stadt durch wilde Horden von Galliern.

Ob das stimmt, wissen wir nicht. Aber eines wissen wir genau: Rom war schon damals eine regelrechte Großstadt, mit Lärm, Verkehrschaos, Dreck und gestank. Mehr als eine Million Menschen lebten damals in Rom, und mindestens jeder Dritte von ihnen war ein Sklave. Im Gallischen Krieg hatte Cäsar mehr Menschen versklavt als jemals ein Feldherr vor ihm. Horden von griechischen Sklaven wurden auf den Märkten feilgeboten; allein auf der Ägäis-Insel Delos wurden manchmal zehntausend Menschen am Tag verkauft.

«Die Unglücklichsten dieser menschlichen Ware endeten in den Bergwerken und Steinbrüchen oder als Ruderer auf den Galeeren. Die Kräftigsten in den Gladiatoren-
schulen. Die Geschicktesten wurden als Diener, Lehrer, Sekretäre oder Ärzte in die Haushalte reicher Römer verkauft oder als Arbeiter in kleine Firmen und Handwerks-
betriebe. Der große Rest schuftete auf den Landgütern Italiens.»