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Olaf Fritsche: DER GEHEIME TUNNEL. Leonardo auf der Flucht (Teil 2)

«Da kann man nicht einfach hineinspazieren wie in den Zoo … » Auch wenn Magnus seinem Ruf als Bedenkenträger mal wieder alle Ehre macht, kann er natürlich die wilde Lilly («Ein echtes Abenteuer! Voll krass!») nicht alleine gehen lassen. Den Einlassmechanismus begreifen die beiden rasch: Wenn der blaue Kristall, von dem in dem alten Buch die Rede war, über die glatte, mit feinen goldenen Linien überzogene Tunnelwand bewegt wird, öffnet sich der Gang in die Vergangenheit.

«Sobald der Kristall die Karte berührt, bewegt sich der hintere Tunnelteil mit dem Ausgang in die Vergangenheit. In jeder Sekunde springt er ein Jahr weiter. Ihr müsst also zählen und den Kristall im richtigen Zeitpunkt von der Karte ziehen.» Und da Lilly unbedingt einmal ihren Fuß in den Wilden Westen, also in die Zeit um 1840, setzen will, setzen die beiden den Stein für ungefähr 170 Sekunden mitten auf das große Amerika. Und tief, immer tiefer wandern sie hinein in die Vergangenheit, bis am Ende des Tunnels blendend helles Licht erscheint, der grelle Sonnenschein der Prärie …

Kaum zu glauben, aber der Zeittunnel funktioniert! Was die beiden auf ihrer ersten Reise in die Vergangenheit alles erleben, wollen wir nur kurz andeuten – schließlich wartet Leonardo auf uns. Und Genies sollte man nicht allzu lange warten lassen! Also: Magnus und Lilly entsteigen einer nahe einer Westernstadt gelegenen Goldmine – im Jahre 1837!!!

Und ehe sie sich versehen, hat sie der Sheriff in Handschellen gelegt und ins Gefängnis verfrachtet. Denn er hält sie für Viehdiebe, besser gesagt: für die Kinder der Viehdiebe, die seit längerem in der Gegend ihr Unwesen treiben. Die Sache geht am Ende gut aus, weil Merlin, der ohne Mühe im Tunnel zwischen dem Heute und dem Gestern hin und her fliegen kann, ihnen ein unerwartetes Zauberwerkzeug von Alberts Vater bringt. Und weil der Cowboyjunge John ihnen schließlich den Weg zur Goldmine zeigt, den Weg zurück in ihr «altes» Leben.

Nun aber zu Leonardo da Vinci. Eine Flugmaschine von Alberts Vater, hergestellt nach einem mehr als 500 Jahre alten Entwurf des begnadeten Leonardo, hat die Kinder auf die Idee gebracht. «Leonardo da Vinci – was für ein Genie!», murmelt Magnus ehrfürchtig. «Ich würde zu gern wissen, ob er wohl mal eine Runde damit geflogen ist. In einem großen Flieger, meine ich.» Kaum hat er dies ausgesprochen, schauen sich Albert und Lilly mit einem «Denkst-du-auch-was-ich-gerade-denke»-Blick an. EIGENTLICH wollten sie ja die Finger von dem Zeittunnel lassen. ANDERERSEITS beginnen gerade die Sommerferien – und so ein kleiner, kontrollierter, überschaubarer Ausflug ins Jahr 1499 wäre bestimmt «voll krass» (Lilly), «extrem interessant» (Albert) und «ziemlich spannend» (Magnus) …

Bei ihrem zweiten Abenteuer sind unsere Zeitreisenden viel besser vorbereitet, denn sie reisen in Kleidern, die in die Zeit Leonardos passen (zufälligerweise schneidert Lillys Mutter Kostüme fürs Theater!). Und sie haben eine Übersetzungsmaschine für alle Sprachen der Welt, also für Italienisch, dabei. Albert hat im Internet herausgefunden, dass die Chancen, Leonardo aufzutreiben, wohl in Mailand am besten sein dürften. Dort hat er von 1481 bis 1499 gelebt, dort sind viele seiner bedeutendsten Gemälde und Erfindungen entstanden.

Endlich ist es so weit. Kristall auf Norditalien setzen, bis 510 zählen … willkommen im alten Italien! Tatsächlich stöbern Magnus und Lilly den großen Wissenschaftler und Künstler Leonardo in Mailand auf (wo es übrigens wie in allen Städten des Mittelalters wegen der fehlenden Kanalisation zum Himmel stinkt!). Und bald gehören die beiden auch zu seinem Gefolge. Aber was sie da noch nicht ahnen ist, dass eine Jagd auf Leben und Tod bevorsteht. Mailand ist von Soldaten des französischen Königs Ludwig XII. besetzt – und die haben es auf Leonardo abgesehen.

Wir werden hier natürlich nicht alles verraten, nur so viel: Auf der Flucht vor den französischen Soldaten zieht sich Leonardo mit seinen Getreuen in ein befestigtes Dorf in den Bergen zurück. Aber anstatt endlich sicher zu sein, sitzen sie dort in der Falle. Den Zugang aus der Ebene kontrollieren die Feinde, und jenseits des Dorfes wartet ein senkrecht in die Tiefe abfallender Hang. Von hier kann niemand entkommen, es sei denn … Es sei denn, er hätte Flügel. Und genau die bauen Leonardo und Magnus, sein bester Gehilfe, in aller Weile zusammen: Flugmaschinen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Wie gut, dass Magnus sein phantastisches Schweizer Messer eingesteckt hat!

Bald heißt es: Tod im Kanonenhagel der Feinde – oder Aufbruch in die Lüfte!

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Als Albert, Lilith und Magnus im Keller der alten Villa einen geheimen Tunnel entdecken, beginnt für die drei Freunde ein unglaubliches Abenteuer....

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